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Kultur
02.01.2026

Wie wahr ist die Geschichte der Drei Könige?

Bild: pixabay
Die Anbetung des Jesuskindes durch Weise aus dem Morgenland ist biblisch. Doch viele Details zur Geschichte, die später dazu kamen, machen die Geschichte eher zu einer legendenhaften Erzählung.

Die einzige Quelle der Drei-Königs-Geschichte ist Matthäus 2, 1-12. In dieser Quelle steht, dass die Magier aus dem Osten kamen. Sie folgen einem Stern und brachten Gold, Weihrauch und Myrrhe. Sie besuchten Jesus in einem Haus, also nicht in einem Stall. Nach der Begegnung reisten sie auf einem anderen Weg zurück.

Erstaunlich ist, dass in dieser Quelle nichts erwähnt wird von einer Zahl drei, von Königen, von ihren Namen und auch nicht von Ihren Herkunftsländern.

Die Zahl drei rührt wohl nur von der Anzahl der Geschenke, die Jesus gebracht wurden, nämlich drei Geschenke.

In früheren christlichen Darstellungen sind es teils 2, 4 oder sogar 12 Personen. Der Ausdruck König ist erst ab dem 4. - 6. Jahrhundert zu finden, nämlich im alttestamentlichen Texten wie Psalm 72:

„Die Könige von Saba und Seba bringen Gaben.“

So wurden aus Sterndeutern Könige, um Jesus als König der Könige darzustellen.

Die Namen? Der Stern?

Die sogenannten Namen der drei Könige, Caspar, Melchior und Balthasar tauchen erst im 6. Jahrhundert auf und variieren je nach Region. Sie sollten die damals bekannte Welt repräsentieren, nämlich Europa, Asien und Afrika.

Wie sieht es mit dem Stern von Bethlehem aus?

Dazu gibt es auch mehrere Deutungen:

Es könnte eine seltene Planeten­konjunktion, ein Komet, eine Supernova oder ein rein theologisches Zeichen gewesen sein. Matthäus beschreibt den Stern so, dass er stehen bleibt, was astronomisch unmöglich, aber symbolisch eindeutig ist: göttliche Führung.

 

Was für einer Erscheinung folgten die drei Könige? Bild: pixabay

Erkenntnis, Suche und innere Führung

Einfach gesagt, gab es im Osten astrologisch geschulte Gelehrte, die durch ein ungewöhnliches Himmelsereignis bewegt wurden.

Die Drei-Königs-Erzählung ist eine theologische Erzählung über Erkenntnis, Suche und innere Führung.

Die Botschaft

  • Diejenigen, die suchen, finden
  • Diejenigen, die festhalten, verlieren

Die Geschichte hat auf jeden Fall eine tiefere Bedeutung. Die Geschenke der Weisen haben Symbolkraft,  und es waren Magier aus dem Osten. Jedoch waren es keine Könige und auch deren Namen wurden später erfunden.

Ursprünglich kein Drei-Königs-Tag

In den ersten Jahrhunderten feierten Christen am 6. Januar ein einziges großes Fest: die Epiphanie (Erscheinung / Offenbarung). Die Offenbarung Jesu für die Welt und nicht seine Geburt, sondern sein Erkannt-Werden.

Bild: pixabay

Neugeburt des Jahres

  • Der 6. Januar liegt 13 bis 14 Tage nach der Wintersonnenwende (21./22. Dezember), genau in der Phase, in der das Licht sichtbar zurückkehrt. In alten Kulturen galt diese Zeit als eigentliche Neugeburt des Jahres, nicht der 1. Januar.
  • Die Tage der Sonnenwende waren eine stille Zeit, bis klar wurde, dass das Licht bleibt, und es wieder wächst.
  • Das Christentum übernahm bewusst dieses Datum, um alte Lichtfeste umzudeuten, nicht auszuradieren, sondern zu verwandeln.
  • Der 6. Januar bedeutet Sichtbar-Werden, Erkenntnis und Ausrichtung.
  • 21. Dezember als innerer Neubeginn und am 6.1 erste Klarheit, erste Schritte nach aussen.
Gold, Weihrauch und Myrrhe. Bild: pixabay

Geschenke mit grosser Symbolik

Die Geschenke Magier sind kein höfliches Mitbringsel, sondern ein komplettes Symbolsystem. Jedes steht für eine Dimension des Menschseins. Zusammen sind sie ein Ganzes:

Gold steht seit jeher für 

  • das Unvergängliche, dem Wert jenseits von Nutzen, für Königtum, jedoch innerlich, nicht politisch

Symbolisch bedeutet es

  • Du bist von Wert, bevor du etwas leistest.

Gold wird nicht gebraucht, es ist einfach: Es verweist auf das Sein, nicht das Tun.

Weihrauch steht für

  • Verbindung, Atem und Gebet

Weihrauch steigt als Rauch nach oben: verbindet Erde und Himmel, wurde im Tempel nur für Gott verbrannt, wirkt klärend, heilend und sammelnd.

Symbolisch bedeutet es

  • Der Mensch ist ein verbindendes Wesen

Es geht um Ausrichtung, Atem und Präsenz im Moment.

Myrrhe steht für Körper, Schmerz, Endlichkeit

Myrrhe war

  • Heilmittel, schmerzstillend und Bestandteil von Salb- und Begräbnisritualen

Symbolisch bedeutet es

  • Das Leben ist verletzlich – und genau darin echt.

Myrrhe erkennt Leiden, Sterblichkeit und Verwandlung durch Schmerz.

Die drei Geschenke ergeben den ganzen Menschen

  • Gold – Geist – Würde, Sein
  • Weihrauch – Seele – Verbindung
  • Myrrhe – Körper – Endlichkeit

Ein erfülltes Leben braucht alle drei Ebenen:

  • Nicht nur Licht ohne Körper.
  • Nicht nur Geist ohne Schmerz.
  • Nicht nur Materie ohne Sinn.

Kurz; du bist wertvoll (Gold), verbunden (Weihrauch) und sterblich (Myrrhe). Halte nichts getrennt, dann wirst du ganz.

Toggenburg24