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09.12.2025

Schillerndes Symbol für die Biodiversität

Bild: Susan Rupp
Birdlife Schweiz hat dazu aufgerufen und über 18 000 Menschen haben den Eisvogel zum Vogel des Jahres 2026 gewählt. Mit leuchtendem Gefieder und eindrucksvoller Jagdtechnik wird er zum Botschafter für naturnahe Fliessgewässer. Er ist zwar selten, aber auch im Sarganserland anzutreffen.

Birdlife Schweiz hat dazu eingeladen, einen Botschafter für naturnahe Fliessgewässer zu wählen «und das Rennen war bis zur letzten Sekunde hochspannend», heisst es in der entsprechenden Medienmitteilung. Der Eisvogel gewann, Zweitplatzierte ist die Wasseramsel mit nur 53 Stimmen weniger. Es folgen die Gebirgsstelze, der Flussregenpfeifer und die Uferschwalbe. 
Der Eisvogel ist in der Schweiz selten und steht aufgrund seines kleinen Bestands auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten.

Klares Wasser und Sitzplätze

«Der Eisvogel steht für klare Flüsse, Auen, intakte Natur und Lebensräume voller Dynamik. Er bewohnt das ganze Jahr über langsam fliessende oder stehende Gewässer wie Bäche, Flüsse, Altarme, Auenlandschaften und Seen», so die Mitteilung. Entscheidend für den Eisvogel seien ein reicher Bestand an Kleinfischen, klares Wasser sowie genügend Sitzplätze wie Äste, Schilfhalme oder Steine. 
«Auch im Sarganserland sind Eisvögel zu beobachten, insbesondere ab Ende der Brutzeit, also etwa ab Ende Juli», erklärt Ursina Wüst von Birdlife Sarganserland auf Nachfrage. «Dann auch in kleineren Gewässern. Sobald diese aber zufrieren, wandern Eisvögel ab in grössere, noch offene Gewässer.» Strenge Winter könnten zudem zu sehr vielen Todesfällen führen.

Lebensraum fehlt

Das grösste Problem für den Eisvogel sei jedoch ein Mangel an geeigneten Lebensräumen. Fast alle grossen Fliessgewässer wurden in der Schweiz kanalisiert, verbaut oder gar eingedolt. Für den Schutz des Eisvogels sind natürliche Lebensräume mit einer eigenen Dynamik entscheidend.

«Um den Lebensraum von Eisvögeln zu verbessern, braucht es möglichst naturnahe Gewässer. Da sind grössere Projekte nötig», ergänzt Wüst. Privatpersonen könnten aber ebenso etwas beitragen. «Da Eisvögel sich gewohnt sind, pfeilschnell spiegelnde Wasserflächen zu durchstossen, kann es geschehen, dass sie an Glasflächen sterben, weil sie diese mit Wasser verwechseln.» Da sei es hilfreich, auf der Aussenfläche Kleber anzubringen, wie sie zum Beispiel bei Birdlife Schweiz oder der Vogelwarte erhältlich sind, um die Spiegelung zu durchbrechen und Fensterscheiben sicherer zu gestalten. «Davon profitieren auch zahlreiche andere Vogelarten.»

Giessenpark und Kiesfang Vilters

«Im Sarganserland zuverlässig beobachtbar sind Eisvögel zum Beispiel im Giessenpark und im Kiesfang Vilters», erklärt Wüst auf die Frage nach den besten Beobachtungsposten. Wichtig sei, dass man sich dabei ruhig verhalte und die Tiere nicht störe. «Trotz ihrer Farbenpracht sind sie nicht einfach zu entdecken. Ihr orange-brauner Bauch gleicht nassem Holz, ihr blauer Rücken kann mit der Wasseroberfläche verschmelzen.» Häufig würden sie Sitzgelegenheiten nutzen, wie zum Beispiel Äste, die ins Wasser ragen, um von dort Ausschau nach Futter zu halten. «Für uns als unordentlich empfundene Ufer mit umgestürzten oder durch Biber gefällte Bäume helfen also dem Eisvogel», erklärt die Birdlife-Vertreterin abschliessend.

Birdlife Sarganserland wird dem Eisvogel als Vogel des Jahres am Mittwoch, 7. Januar, ab 19 Uhr einen Vortragsabend widmen. Details werden noch bekannt gegeben.

sr/Sardona24