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Kanton Graubünden
29.11.2025
29.11.2025 08:24 Uhr

Bündner Kunstmuseum zeigt Kunstschaffende mit Bezug zum Kanton

Thomas Hirschhorn arbeitet in seinem Pariser Atelier an den "Atlas-Tafeln" für die kommende Ausstellung im Bündner Kunstmuseum.
Thomas Hirschhorn arbeitet in seinem Pariser Atelier an den "Atlas-Tafeln" für die kommende Ausstellung im Bündner Kunstmuseum. Bild: Bündner Kunstmuseum
Das Bündner Kunstmuseum hat für das kommende Jahr neun Ausstellungen angekündigt. Im Zentrum stehen Künstlerinnen und Künstler mit Bezug zum Kanton. Darunter sind bekannte Namen wie Thomas Hirschhorn und Jules Spinatsch.

Besondere Aufmerksamkeit erhält der in Davos aufgewachsene Berner Thomas Hirschhorn. Gezeigt wird eine Retrospektive zu seinem gesamten Wert, die der Künstler selber zusammenstellt. "Eine Retrospektive von Thomas Hirschhorn, das gab es bisher noch nie", erklärte der Künstlerische Museumsdirektor Stephan Kunz unlängst anlässlich der Vorstellung des Jahresprogramms 2025.

Unter dem Titel "My Atlas" dokumentiert der Künstler auf diversen "Atlas-Tafeln" die Entstehung seiner Werke von den Anfängen bis in die jüngste Zeit. "Die Ausstellung bietet eine einzigartige Gelegenheit, einen tieferen Einblick in die Komplexität von Hirschhorns Schaffen zu gewinnen", verspricht das Museum in einem Text zum neuen Programm. Hirschhorn ist in Chur vom 22. August bis 6. Dezember zu sehen.

Jules Spinatsch und die dehnbaren Grenzen der Fotografie

Zeitgleich mit Hirschhorn startet eine Ausstellung, welche das breite mediale Spektrum der Arbeiten und Vorgehensweisen des Davosers Jules Spinatsch zeigt (22.8.-15.11.) Eigenes und gefundenes Bildmaterial sowie Videos verarbeitet und arrangiert der Künstler zu Publikationen, Bildserien und fotografischen Installationen.

Ausgehend von einem dokumentarischen Ansatz unter dem Leitmotto "von dem, was ist, nicht was sein soll" untersuche Spinatsch die Möglichkeiten der Fotografie, schrieb das Museum. Das Spektrum reiche von der Beobachtung gesellschaftlicher Ereignisse mittels Straight Photography bis zur Entwicklung halbautomatischer Aufnahmeverfahren, die scheinbar gegensätzliche Prinzipien wie Zufall und Kontrolle zu neuen Bildformen verbinden würden.

Spinatsch dehne die Begriffe der Fotografie, sagte Kurator Damian Jurt. "Das macht ihn zu einer der treibenden Kräfte der zeitgenössischen Fotografie", so der Kurator. In Chur realisiere der Künstler eine Präsentation, die im zweiten Untergeschoss des Museums eine neue Raumdramaturgie einführe.

"Das Atelier" unter der Lupe

Den Start ins neue Jahr bildet die Schau "Im Atelier. Raum, Arbeit, Mythos" (25.1.-5.7.). "Ausgehend von unserer Sammlung macht die Ausstellung das Künstleratelier zum Thema", erklärte Jurt. Thematisiert würden "das Atelier" als Mythos, Sehnsuchtsort und Projektionsfläche. Die Ausstellung vereint Werke etwa von Mirko Baselgia, Maude Léonard-Contant und Catrin Lüthi K sowie Videoarbeiten von Matthew Barney oder Paul McCarthy.

Weitere Ausstellungen zeigen Susan Hefuna (21.2-26.7.), die in Graubünden auf die Suche geht nach der Geschichte der Zuckerbäcker. Zu sehen sind Textilarbeiten und grossformatige Gemälde und Bilder.

Mit Heiner Kielholz (11.4-2.8) stellt das Museum laut eigener Aussage "einen grossen Unbekannten der Schweizer Kunst" vor. Die Schau fokussiert auf die Interieurs und Stillleben, die Kielholz in den letzten 15 Jahren schuf. "Kielholz ist ein Künstler, der hier lebt und der lohnt, dass man ihn kennen lernt", sagte Kunz.

Klein und fein im Labor

Im sogenannten Labor zeigt das Museum eine multisensorische begehbare Installation von Daniela Keiser rund um Sprache und Zeichen (21.2.-5.7.) Die Künstlerin schuf das Werk eigens für den kleinen Ausstellungsraum im Dachgeschoss des Museumsneubaus. Ebenfalls dort ist die Schau "Haussmann-Studiolo" zu sehen (5.9.-15.11.). Die Ausstellung biete die Möglichkeit, in das gestalterische Hirn der Architektin und Designerin Trix Haussmann und ihres verstorbenen Mannes Robert zu blicken, so Kunz.

Das Jahr wird traditionell abgeschlossen mit der wiederkehrenden Jahresausstellung der Bündner Kunstschaffenden (5.12.-24.1.). Neu gesellt sich eine erste Ausstellung aus der Sammlung Ulmberg dazu mit weltberühmten Namen wie Paul Klee und Emil Nolde (12.12.-7.3.). Die Sammlung Ulmberg gilt als eine der bedeutendsten Privatsammlungen in Europa. Das Museum erhielt dieses Jahr 73 Werke aus der Sammlung als Dauerleihgabe für mindestens 20 Jahre.

Keystone-SDA