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21.05.2022

Schweiz meldet ersten Fall von Affenpocken

Die Erreger der Affenpocken unter dem Mikroskop. (Themenbild)
Die Erreger der Affenpocken unter dem Mikroskop. (Themenbild) Bild: KEYSTONE/AP
Gesundheit – In der Schweiz ist ein erster Fall von Affenpocken bestätigt. Es handelt sich um einen Fall im Kanton Bern, wie die kantonale Gesundheitsdirektion am Samstag mitteilte. Der Fall wurde am Freitag gemeldet und hat sich nach Laboruntersuchungen bestätigt.

Die Laboruntersuchung fand am Genfer Universtitätsspital statt, wie die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektions des Kantons Bern in einer Mitteilung schreibt. Gemeldet worden sei der erste Verdachtsfall dem kantonsärztlichen Dienst des Kantons Bern (KAD) und dem Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Der KAD habe sofort das Contact Tracing aufgenommen, um mögliche Ansteckungsketten nachvollziehen zu können, hiess es weiter. Die betroffene Person sei wohl im Ausland mit dem Virus in Berührung gekommen.

Fieber, Unwohlsein, Bläschen

Sie habe sich wegen Fieber, Unwohlsein und Aufkommen von Bläschen von einem Arzt untersuchen lassen. Die erkrankte Person sei in ambulanter Behandlung und befinde sich zuhause in Isolation. Alle Kontaktpersonen seien durch das Contact Tracing informiert worden, schreibt der KAD.

Seit Anfang Mai habe es eine sehr ungewöhnliche Häufung von Fällen von Affenpocken bei Menschen in mehreren europäischen Ländern und in den USA gegeben. Die Übertragung fand wahrscheinlich von Mensch zu Mensch statt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO zeigte sich über die Ausbreitung der Krankheit besorgt. Das BAG beobachte die Situation aufmerksam, schreibt das Amt auf seiner Webseite.

Die Behörde empfiehlt Personen, die aus Risikogebieten wie namentlich West- und Zentralafrika einreisen, ihren Gesundheitszustand auf mögliche Symptome hin zu beobachten. Bestehe der Verdacht einer Ansteckung, sollten die Betroffenen isoliert werden. Dann sollte der Befund dem BAG gemeldet werden.

Milderer Verlauf als Pocken

Die Affenpocken sind eine virale Infektionskrankheit, die durch das Orthopoxvirus verursacht wird, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf seiner Webseite schreibt. Beim Menschen weist das klinische Bild eine gewisse Ähnlichkeit mit Pocken (Variola) auf.

Im Gegensatz zu den seit 1980 ausgerottenen Menschenpocken verlaufen Affenpocken gemäss den Angaben des KAD in der Regel deutlich milder. Die meisten Menschen erholen sich innerhalb von mehreren Wochen. Insgesamt könne eine günstige Prognose gestellt werden. Bei einigen Betroffenen gebe es jedoch auch schwere Verläufe.

Die Infektionserkrankung wird von Tieren, vermutlich von Nagetieren, auf den Menschen übertragen (Zoonose). Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich.

Mehr Ansteckungen über sexuelle Kontakte

Es ist möglich, dass durch sexuelle Kontakte mit einer infizierten Person die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung von Mensch zu Mensch steigt, schreibt das BAG in den Hintergrundinformationen auf seiner Webseite weiter. Männer, die Sex mit Männern haben, scheinen ein zusätzliches Risiko einer Ansteckung zu haben. Die Übertragungswege würden aktuell wissenschaftlich vertieft untersucht.

Die ersten Symptome der Krankheit sind laut Informationen des KAD Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen und geschwollene Lymphknoten. Ein bis drei Tage nach dem Auftreten von Fieber entwickelt sich ein Hautausschlag mit Bläschen oder Pusteln, die den Pocken gleichen. Der Ausschlag breitet sich meist vom Kopf her auf den Rest des Körpers aus. Handflächen und Fusssohlen können mitbetroffen sein.

Einen spezifischen Impfstoff gegen Affenpocken gibt es gemäss BAG nicht. Einen guten Schutz gegen Affenpocken bieten würde ein Pockenimpfstoff der dritten Generation. In der Schweiz ist dieser allerdings nicht zugelassen. In schweren Fällen hilft auch eine antivirale Therapie. Auch diese Behandlung ist allerdings derzeit in der Schweiz nicht zugelassen.

https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/krankheiten-im-ueberblick/affenpocken.html

Von Affenpocken befallener Patient im Kongo. (Themenbild) Bild: KEYSTONE/AP
Keystone-SDA